Blick in die Geschichte des Guts Oldruitenborgh
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Geschichte des Guts Oldruitenborgh in Vollenhove in der Provinz Overijssel im Norden der Niederlande. In einem Landschaftsgarten an der südlichen Grenze des alten Städtchens Vollenhove liegt das Haus Oldruitenborgh. Es wurde Ende des 15. Jahrhunderts erbaut vom damaligen Schout (Schultheiß) von Vollenhove, Egberts Pelgrim van den Ruthenberghe. Die hintere Fassade des Hauses grenzte damals direkt an einem Wassergraben (Gracht). Das Haus wurde mehrmals durchgreifend umgebaut. In 1643 wurde der damalige Besitzer Evert van Echten ein Ritter. Einige Jahre später in 1660 entstand ein großer Konflikt zwischen ihm und seinem Nachbarn, der Besitzer von der Toutenburg, über die Eigentumsgrenzen. Für die Gerichtsverhandlung wurden dann ausführliche Skizzen und Zeichnungen produziert. Die Familie van Echten hatte große finanzielle Schwierigkeiten. Als der Sohn das Haus geerbt hat wurde es nach einigen Jahren verkauft um die Gläubiger zu befriedigen. Der Herr Voorne kaufte das Haus für 5700 Gulden, aber auf unergründlicher Weise blieb das Haus im Eigentum der Familie van Echten. In 1723 musste der Hausrat für 781 Gulden verkauft werden von den Erben der Witwe Reint Wolter van Echten um die Schulden zu begleichen.  | Dann kam das Haus in 1738 in den Besitz von Philip Gerrit van Echten, der schon in 1729 das Haus Plattenburg gekauft hatte. Für den Kauf von Oldruitenborgh hat er 3000 Gulden ausgeliehen. Philip hat das Haus dann an seinem Neffen Arend Sloet vererbt. Kurz zuvor hatte Arend geheiratet mit der steinreichen 30-jährigen Anna Dannenberg aus Steenwijk. Drei Jahre später war Arend der zweitreichste Einwohner Vollenhovens mit einem Vermögen von 179.980 Gulden! Innerhalb eines Jahres nach dem Tod seiner Frau heiratete er Johanna van Dedem. In 1763 wurde er dann Drost von Salland. Seine gute finanzielle Lage ermöglichte es ihm eingreifende bauliche Änderungen durchzuführen. Auch wurde der Grundbesitz erheblich erweitert. Gleich nach seinem Tod hat die Familie das angrenzende Schloss Toutenburg angekauft und sofort abbrechen lassen. |
Bei den baulichen Änderungen von Oldruitenborgh wurde einmal das Abbruchmaterial von dem Schloss Toutenburg benutzt. Nachdem die Bauarbeiten fertig wurden hat Louis Napoleon während seines Besuches in Vollenhove hier übernachtet. Das Zimmer wo er geschlafen hat wird seitdem Königszimmer (Koningskamer) genannt. Neun Jahre später haben auch König Willem I und Prinz Frederik Oldruitenborgh einen Besuch erstattet. Die heutige eindrucksvolle Fassade stammt aus dem Ende des 18. Jahrhunderts als Arend Sloet tot Tweenijenhuizen das Haus eingreifend renoviert hat. |  |
In 1947 wurde das Haus mit dem acht Hektar großen Grundstück von der Stadt gekauft um es als Rathaus zu benutzen. Bis dahin stand das Haus im Eigentum der Familie Sloet van Oldruitenborgh. Das Gut umfasste ein Kutschenhaus (Koetshuis), eine Orangerie, eine Dienstwohnung für (Garten)Arbeiter, einen Park mit einem Teich, die Ruine des Schlosses Toutenburg und die Allee des Schlosses Toutenburg. Die Inbetriebnahme als Rathaus erfolgt am 17. Januar 1948. In den Jahren 1962 - 1966 wurde das Haus von der Außenseite umfassend restauriert und von seinem weißen Außenputz befreit. Die Mauern wurden wiederhergestellt. Leider sind bei der Restaurierung des Hauses die Dachgiebel und die erhöhte Terrasse verloren gegangen. In 1973 erfolgte dann die innere Restaurierung. Nur die Restaurierung des Gartens steht noch bevor, einen kleinen Anfang wurde jedoch schon gemacht. | Nach einer Kommunalreform wurden die Kommunen Brederwiede (wo Vollenhove liegt) und Steenwijk zusammengefügt zur Gemeinde Steenwijkerland. Das Rathaus in Vollenhove war überflüssig geworden und sollte verkauft werden. Nachdem ein Projektentwickler das Ganze gekauft hat sollte das Haus plus Grundstück in 2006 schon wieder verkauft werden. Seit 2007 ist das Gut Eigentum der Schokker Monumenten BV und wird von einem der Gesellschafter dieser BV, der Herr Ch. Schokker, betrieben. Das Gut wurde jetzt vermietet an geschlossenen Gesellschaften für Feiern und Empfänge. |  |
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